Dienstag, 12. August 2008

Diskussion über . . .

Ich bin gerade auf ein "Eltern-Kind" Forum gestoßen und las eine längere Diskussion über das Thema ungewollter Kaiserschnitt und wie viele Frauen damit hadern und auch auf einschüchternde Kritik von anderen Frauen stoßen. Ich konnte nicht umhin dazu Stellung zu nehmen. Hier meine Meinung:

Hallo,
ich hatte zwei Kaiserschnitte = 1. Kind 12 Tage übertragen, keine Wehen, trotz Wehentropf, dann Gestose (Schwangerschaftsvergiftung) und dann die gesteigerte Form das "Help-Syndrom". Beim 2. Kind habe ich schon vorher mit Akkupunktur begonnen, damit ich unbedingt Wehen bekomme da ich eine fürchterliche Angst vor einem erneuten Kaiserschnitt hatte. Die Wehen kamen, klassisch 10 Stunden dann war der Muttermund offen und dann hat das Baby sich nicht reingedreht. Es fehlten nur noch die letzten Presswehen und wir haben zwei Stunden noch gewartet und alles mögliche ausprobiert, damit das Baby sich reindreht, aber keine Chance und somit mußte ich wieder (sehr verzweifelt, weil ich so weit gekommen bin) in den OP. Durch das lange Warten war der Muttermund "zerstört" und mußte in einer 1 1/2 stündigen OP rekonstruiert werden. Unfassbar ! Mein Arzt meinte danach zu mir: "Es wäre doch erstaunlich auf welch dramatischen Wegen ich zu meinen Kindern komme". Und schreckliche Schmerzen hatte ich bei beiden Kaiserschnitten danach und brauchte wirklich lange um wieder fit zu werden.

ABER! ich habe mich jedes Mal wieder gefühlsmäßig erholt. Ich denke, dass man genauso viel leistet bzw. wahrscheinlich noch mehr, weil das dicke Ende erst nach der Geburt/OP kommt und unser Körper nicht nur die Hormonumstellung leisten muß, sondern die Regeneration einer richtig heftigen OP.
Doch die Tatsache, dass wir heutzutage diese Möglichkeit der Hilfe haben läßt mich sehr dankbar sein. Früher gäbe es weder mich noch das Baby. Wenn ich meine gesunden Kinder anschaue, dann haben sich diese unschönen Erlebnisse doch gelohnt. Ich bin stolz darauf, dass ich es trotz Komplikationen geschafft habe Leben zu schenken. Und ich kann überhaupt nicht feststellen, dass meinen beiden Kindern irgendein Geburtserlebnis fehlt. Ohne zu prahlen muß ich ganz objektiv feststellen, dass meine 8 jährige Tochter intelligent, sehr sozial, aufgeweckt, selbstbewußt und überaus glücklich ist. Sie ist als Kann Kind früher eingeschult worden und unter den Besten. Mein 2 jähriger Sohn ist auch völlig normal entwickelt in seiner Gefühlswelt, soweit das zweijährige sind :> und entwickelt sich prächtig. Ich denke wichtiger als alle Thesen und Meinungen (und ist eine Person, die einen Kaiserschnitt als Geburt herabwürdigt überhaupt ein Freund?) ist, wie man als Familie "Eltern mit Kindern" und "Kinder untereinander" umgeht, ob man sich liebt und dies auch zeigen kann, ob man die Kinder selbstbewußt und voller Respekt und Anerkennung erzieht. Dann spielt die Art der Geburt wirklich eine Nebenrolle und ich zolle jeder Mutter Respekt und Anerkennung die sich der großen Aufgabe "Mutter sein" stellt und als Beispiel fungiert.

LG K.

Keine Kommentare: